Bericht zum Schützenfest 1986

Wohl nur sehr selten kommen so viele gute Faktoren zusammen, die ein Schützenfest zu einem außergewöhnlich festlichen Ereignis werden lassen. Die St. Petri-Schützenbruderschaft Oebel-Gelagweg feierte am Wochenende ihr 200jähriges Bestehen. Dass sich aus diesem Anlass der Schützenbezirk Schwalmtal/Brüggen ein Stelldichein gibt, ist selbstverständlich. Nicht so selbstverständlich ist allerdings, dass just zu diesem Fest ein Schützenkaiser regiert Da kann sich der Wettergott natürlich nicht ausschließen: er schickte „Kaiserwetter". Und selbst der in diesen Tagen allgegenwärtige König Fußball machte mit.

Den Auftakt zu dieser ungewöhnlichen Jubiläumsfeier bildete das erste Auftreten der St. Petri-Schützen am Samstagnachmittag am Festzelt. Anschließend ging es durch die besonders festlich geschmückte Sektion zur Kaiserresidenz Schützenkaiser Wilfried Vogt und seine Minister Jakob Heffels und Siegfried Jenschweski erwarteten die Schützen zur Errichtung des Kaisermaiens. Anschließend fand am Ehrenmal auf dem Friedhof die Gefallenenehrung, verbunden mit einem Großen Zapfenstreich, statt.

Der erste Festtag fand seinen Abschluss am Abend beim Schützenball im Festzelt. Dort lenkten vor allem einige Jubilare die Aufmerksamkeit auf sich. Zu den Geehrten gehörte auch Schützenkaiser Wilfried Vogt, der ebenso wie Heinz Smets, mit dem Hohen Bruderschaftsorden ausgezeichnet wurde. Das Silberne Verdienstkreuz erhielten Konrad Böken, Willi Hintzen, Franz-Josef Neuenhofen, Ferdinand Hastenrath, Heinz-Willi Theloy und Albert Wilhelm. Herbert Resing erhielt das Ehrenkreuz des Sports mit Eichenlaub in Bronze.

Der Sonntag begann um 8.30 Uhr mit dem Antreten am Fest zelt. Danach ging es zum Festhochamt in die Pfarrkirche, an das sich der musikalische Frühschoppen anschloss. Kurz nach Mittag war es dann soweit. Aus Anlass des Bezirksschützenfestes trafen insgesamt 18 Bruderschaften ein. Neben 15 aus den Bezirk Schwalmtal/Brüggen kamen noch drei benachbart Gastbruderschaften Lediglich die St. Antonius-Bruderschaft Born fehlte aus dem Bezirk: sie zog am Wochenende selbst auf.

So fehlten auch nur die Börner Schützen beim großen Festzug durch die Sektion. Die zahlreichen Bruderschaften und insgesamt acht Musikkapellen sorgten bei wiederum strahlendem Wetter für ein besonders prächtiges Bild. Dies galt auch bei der Parade vor der Gaststätte Lennartz, wo sich die Schützen nicht nur den zahlreichen Schaulustigen, sondern auch den in großer Zahl erschienenen Majestäten präsentierten. Den Abschluss bildete der Kaiser-Gala-Ball, der gleich zweifach seinen Namen zu Recht trug. Im Mittelpunkt stand neben Kaiser Wilfried nämlich auch „Kaiser Franz" Beckenbauer mit seinem „Gefolge". Das Endspiel der Fußball-WM konnte im Zelt auf einem Großraumbildschirm mit verfolgt werden.

Der Montag war für den Klompenball reserviert. Am Dienstag gab es einen Frühschoppen im Festzelt. An Nachmittag zog man nochmals durch Oebel, um anschließend unter der Vogelstange einen neuen Schützenkönig zu ermitteln. Der neue- Würdenträger wurde beim abschließenden Ball im Schützenzelt proklamiert.

Ehrungen

Der stellvertretende Bundesmeister Adolf Strötges zeichnete während des Jubelschützenfestes in Oebel zahlreiche Mitglieder aus Den Hohen Bruderschaftsorden erhielten aus seiner Hand (von links) Kaiser Wilfried Vogt und Heinz Smets. Das Ehrenkreuz für sportliche Leistungen nahm Herbert Resing in Empfang, für 50 jährige Mitgliedschaft wurde Anton Klingen geehrt. Rechts Brudermeister Hans Belten, der mit zahlreichen anderen Schützen für langjährige Treue ausgezeichnet wurde.

St. Petri -Oebel-Gelagweg hat einen Schützenkaiser herzlichen „Glückwunsch Kaiser Wilfried VogtZu seinen Ministern ernannte er Jakob Heffels und Siegfried Jenschweski.Das Führungstrio eröffnete ein Schützenfest der Superlative. 200-jähriges Bestehen der Bruderschaft, Bezirksschützenfest, erstmalig ein Kaiser an der Spitze und Deutschland steht in einem WM Finale.Da wurde es selbst Petrus warm ums Herz, dem entsprechend auch das Wetter.

Bericht RP 2013_11_23

1984 errang Wilfried Vogt die Kaiserwürde. Zum 200-jährigen Bestehen der Bruderschaft hieß es damals in der RP: „Kaiser Franz und Kaiser Wilfried". Sie konnten beide 1986 nicht verhindern, dass Deutschland im WM-Finale gegen Argentinien unterlag.

Unter reger Anteilnahme der Bevölkerung begann die Jubiläumsfeier zum 200 jährigem Bestehen. Die komplette Bruderschaft trat am Samstagnachmittag an. Schützenkaiser Wilfried Vogt, im Welten trennenden Brüggen wohnend (ebenso Minister Jakob Heffels), hatte seinen Residenz, wie schon in früheren Jahren, auf das Oebeler Gebiet verlegt. Im festlichen Zug wurde er aus seiner Residenz, sie war mit einem tollen Prunkbogen geschmückt, abgeholt und zur ersten Amtshandlung , der Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Friedhof, geleitet. Bruderschaftsvorsitzender Johannes Beiten erinnerte hier an die Opfer der beiden Weltkriege und mahnte zum Frieden.